Martin Luther Reisen

 

Auf den Spuren Martin Luthers für Reisegruppen

Mit maßgeschneiderten Touren führt Sie compact tours zu den Wirkungsstätten des großen Reformators Martin Luther und lässt Sie der Bedeutung seiner Lehre für die Geschichte nachspüren. Das Jubiläum 500 Jahre Reformation liegt nur kurze Zeit zurück und compact tours widmete und widmet sich auch weiterhin diesem Ereignis mit umfangreiche Reisen und Programmen mit fachkundiger Reiseleitung. Entdecken Sie Luther und die Zeugnisse seiner Zeit in Eisleben, Wittenberg, Erfurt, Eisenach und Leipzig. Tauchen Sie ein in die Geschichte der Reformation. Erfahren Sie, warum sich Luther wegen eines Gewitters gegen das Jurastudium und für die Theologie entschied, wie er sich fast ein Jahr als „Junker Jörg“ auf der Wartburg versteckte und wie er in dieser Verkleidung in Leipzig fast „geschnappt“ worden wäre!

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Musik ist ein reines Geschenk und eine Gabe Gottes, sie vertreibt den Teufel, sie macht die Leute fröhlich und man vergißt über sie alle Laster.Martin Luther


Gemeinsam auf Luther-Tour gehen!

Luther und „seine“ Reformation:
eine Epochenwende

Es war der 31. Oktober 1517, als Martin Luther in Wittenberg sein 95 Thesen an das Hauptportal der Schlosskirche von Wittenberg anschlug. Das Anschlagen eines Schriftstücks selbst war noch keine Provokation, die Tür des Portals erfüllte zu Luthers Zeit gewissermaßen die Funktion eines „Schwarzen Bretts“. Gewagt und letztlich Auslöser für eine der größten historischen Umwälzungen war der Inhalt: Luther wandte sich klar gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche – vermeintliches Seelenheil gegen Bares. Luther wollte die katholische Kirche nicht abschaffen, sondern behutsam reformieren. Was er aber auslöste, bekam eine völlig eigene Dynamik. Die Reformation spaltete die christliche Kirche und veränderte Deutschland, Europa und die Welt für immer.

Folgen Sie den Spuren Martin Luthers auf unseren attraktiven Reisen zum Jubiläum der Reformation und entdecken Sie unter fachkundiger Führung die Wirkungsstätten des großen Theologen.

Die passende Reise: Auf den Spuren des Reformators

Aktuell im Blog zu Luther und dem Reformationsjubiläum:

Auf Luthers Spuren mit dem Smartphone

Lutherdenkmal Eisleben
© compact tours

Die Biografie: das Leben und Wirken des Martin Luther

Martin Luther: Sohn eines Bauern

Luthers Vater war ein beharrlicher, zäher und fleißiger Aufsteiger. Zwar stammte er wie die anderen Luders, Loders und Lüders in Möhra von dem um 1300 hier lebenden Ritter Wigand von Lüder ab, doch das waren alte Geschichten. Wollte Hans Luther in seinem Leben nicht für immer Bauer bleiben, musste er Möhra verlassen. Ihn lockte der Bergbau und so machte er sich mit seiner Familie auf den Weg nach Mansfeld, wo der Abbau von Kupferschiefer Wohlstand versprach. Sicher eine Strapaze für die Luthers, denn Margarethe war hochschwanger.

Praktisch auf der Durchreise – in Eisleben – war es dann soweit. Am 10.November erblickte ein Sohn der Luthers das Licht der Welt und erhielt prompt am darauf folgenden Martinstag samt Taufe den Namen des Tagesheiligen in der Eislebener St.-Petri-Pauli-Kirche. Ob Marin das erstgeborene oder schon das zweite Kind der Luthers war, lässt sich heute leider nicht mehr nachvollziehen und wird wohl auch die Historiker für immer rätseln lassen.

Nur von durchschnittlicher Frömmigkeit, ließen die Luthers ihren Martin sieben Jahre die Mansfelder Stadtschule und danach ein Jahr lang die Magedeburger Domschule besuchen. Von 1498 bis 1501 schloss sich für Martin Luther Unterricht in der Pfarrschule zu St. Georgen in Eisenach an. Nun beherrschte er Latein fließend und die Welt des Geschriebenen stand ihm von nun an offen.

Luther schmeißt sein Studium hin und ein Gewitter lässt ihn Mönch werden

Erfurt sollte es sein. Und Jura. Wie für jeden Studenten der „sieben freien Künste“ hatte sich auch der junge Martin Luther erst einmal durch eine Menge Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie zu wühlen, bis er 1505 sein Examen zum „Magister Artium“ ablegte. Jetzt kannte er die Lehren des Aristoteles in- und auswendig.

Dann durchkreuzte ein Gewitter die Zukunftspläne Martin Luthers, die aber vielmehr die Zukunftspläne waren, die ihm sein Vater angedacht hatte. Auf dem Weg von Mansfeld nach Erfurt wurde Luther von einem heftigen Unwetter überrascht und geriet in Todesangst. Er rief zur Heiligen Anna, der Mutter Marias und „feilschte“ um sein Leben; „Hilf du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!“ Der Blitz traf ihn nicht und er hielt sich an sein Versprechen. Zum Ärger seines Vaters.

Am 17. Juli 1505 trat Martin Luther in das Erfurter Augustiner-Eremiten-Kloster ein. Seine Fortschritte hier waren so deutlich, dass man ihn schon im Februar 1507 zum Diakon und im April desselben Jahres zum Priester weihte.

Die Frage der Buße war Luthers Hauptthema und dabei vor allem die Dringlichkeit, dass diese Buße aus Liebe zu Gott und nicht aus Angst vor der Strafe Gottes erfolgen müsse. Ein Theologiestudium sollte ihn weiterbringen. Im Herbst 1508 ging er dazu nach Wittenberg. In die Zeit seines Theologiestudiums fällt auch Luthers Reise nach Rom, die weiteste Reise, die Luther je unternehmen sollte und eine, die ihn für immer prägen sollte. Denn hier erlebte er, wie weit sich die Kirche von ihren Ansprüchen bereits entfernt hatte und der Verfall der Sitten überall sichtbar war.

1512 promovierte Luther zum „Doctor Theologiae“ und übernahm den Lehrstuhl für Bibelauslegung. In diese Wittenberger Zeit Luthers fällt auch die „reformatische Wende“, jenen Punkt im Nachdenken Luthers, der die Richtung für all seine künftigen Ideen und Überzeugungen vorausgeben sollte: Gottes Gerechtigkeit sei ein Geschenk aus Gnade und nicht durch eigene Leistungen erzwingbar oder gar käuflich.

Von nun an sah er die pompösen und oberflächlichen Rituale der Kirche kritisch und es gab für ihn kein Zurück mehr.

Seelenheil ist nicht käuflich: Luther und seine 95 Thesen gegen den Ablass

„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt.“ Johann Tetzels simpel gereimter Vers war gewissermaßen der Werbeslogan der „Ablass-Industrie“ des frühen 16. Jahrhunderts, ein mittelalterliches Beispiel für perfektes Marketing. Für eine gewisse Summe konnte der Käufer für eigene Sünden oder – praktischerweise und das Geschäft ausdehnend – für Sünden bereits verstorbener Familienmitglieder (und wer will die schon in der Hölle schmoren lassen!) Vergebung erlangen, was in einem Ablassbrief schriftlich festgehalten und bescheinigt wurde. Bürokratie wurde auch schon damals groß geschrieben.

Martin Luther kritisierte das Prinzip des Ablasshandels in 95 Thesen, die er am 31. Oktober an die Tür des Hauptportals der Schlosskirche zu Wittenberg anschlug. Dabei ging es ihm weniger um die Tatsache, dass sich die Kirche schamlos bereicherte, sondern dass es für ihn eine völlig ungeeignete Art der Buße war. Spätestens mit Luthers Thesenanschlag war die Diskussion um den Ablasshandel unter den Theologen in vollem Gange.

Luther wird angeklagt: der römische Prozess

Kardinal Albrecht von Mainz, gegen den sich Luthers Polemik in erster Linie richtete, dachte nicht daran, den Angriff dieses unbedeutenden Wittenbergers unbeantwortet zu lassen. Er zeigte Luther in Rom an. Und der prominenteste Ablassprediger, Johann Tetzel, der Luther Anlass für seine Thesen gegeben hatte, reagierte mit Gegenthesen. Über Martin Luther zogen sich dunkle Wolken zusammen …

Im Juni 1518 wurde er nach Rom geladen, um sich in einem Verfahren dem Vorwurf der Ketzerei zu stellen. Noch vor seiner Reise in die ewigen Stadt, verschärfte man die Anklage auf nunmehr „notorische Ketzerei“. Denunziantenten aus Luthers Vorlesungen waren mit gefälschten Thesen aktiv geworden. Luther roch die Gefahr und bat seiner angeschlagenen Gesundheit wegen um eine Anhörung auf deutschem Boden. Friedrich der Weise, Kurfürst von Sachsen, unterstützte ihn bei seinem Ersuchen. Auch später sollte der Kurfürst immer einer der mächtigsten und zuverlässigsten Helfer Luthers bleiben.

Also wurde Martin Luther in Augsburg vernommen und weigerte sich, seine Thesen zu widerrufen. Man solle ihn doch aus der Bibel widerlegen. Damit galt er als schuldig, seiner damit fälligen Auslieferung widersetzte sich abermals Friedrich der Weise. Trotzdem drohte Luther die Verhaftung und er flüchtete aus Augsburg. Die politische Lage nach dem Tod Kaiser Maximilians I. brachte Luther etwas Zeit zum „Verschnaufen“ in Form einer Verfahrenspause. Luther verpflichtete sich zum Schweigen. Schon 1519 ließ sich Luther allerdings von Johnnes Eck, einem katholischen Theologen, provozieren und brach sein Schweigen. Der hatte in seinen Thesen für ein Streitgespräch mit Luthers Dozentenkollegen Karlstadt nur dürftig verhüllt Luther angegriffen. Das konnte der impulsive Luther nicht auf sich sitzen lassen. Er machte sich auf den Weg nach Leipzig, um dort an der – später so genannten – „Leipziger Disputation“ teilzunehmen. Hier redete sich Luther um Kopf und Kragen und stellte gar die Autorität des Papstes in Frage. Jetzt wurde es gefährlich: Johannes Eck stellte ihn auf eine Stufe mit Jan Hus, den man erst 100 Jahre zuvor als Ketzer verbrannt hatte. Luther ließ sich nicht beirren. Gewissensfreiheit auf der Grundlage des Bibeltextes galt ihm wichtiger als das Gehorchen gegenüber kirchlichen Autoritäten. Jetzt ließ sich der Bruch mit der katholischen Kirche nicht mehr kitten, der Prozess gegen Luther wurde wieder aufgenommen und der Papst erließ am 15. Juni 1520 die Bannbulle „Exsurge Domine“. 41 Äußerungen Luthers wurden in ihr – mit verdrehtem Sinn und in falschem Zusammenhang – ohne weitere Erklärung verdammt. Wenn sich Luther jetzt nicht innerhalb von 60 Tagen unterwarf, drohte ihm der Ausschluss aus der Kirche.

Aber Luther dachte nicht an Widerruf und Unterwerfung. Im Gegenteil: Als man seine Bücher verbrannte, reagierte er mit dem Verbrennen der Papst-Bulle. Am 3. Januar 1521 war Martin Luther exkommuniziert.

Luther als Vogelfreier in Lebensgefahr: der Reichstag zu Worms und seine Folgen

Luther war jetzt mit seinen aufrührerischen Texten zu einer Berühmtheit geworden. 81 Schriften von ihm waren in 653 Auflagen erschienen und mehrfach in andere Sprachen übersetzt worden. Der Reformgeist griff auf andere Länder über und drohte für politische Unberechenbarkeit zu sorgen. Luther stand im Fokus des Unmuts der Mächtigen. Anlässlich des Reichstags zu Worms im April 1521 erhielt er seine letzte Chance, sich und seine Ansichten zu verteidigen. Letztmalig forderte man ihn zum Widerruf auf. Im vollen Bewusstsein, dass dies sein Todesurteil sein konnte, lehnte Luther ab: „Da mein Gewissen in den Worten Gottes gefangen ist, ich kann und will nichts widerrufen, weil es unmöglich ist, etwas gegen das Gewissen zu tun. Gott helfe mir. Amen.“ Luthers Glück war, das Friedrich der Weise freies Geleit für ihn ausgehandelt hatte. Noch einmal durfte Luther Worms unbehelligt verlassen.

Der Reichstag verhängte den – rückdatierten – „Wormser Edikt“ über Luther. Niemand durfte Luther jetzt noch unterstützen oder beherbergen, niemand durfte seine Bücher lesen oder drucken, vielmehr hatte man ihn festzusetzen und dem Kaiser auszuliefern. Jedermann durfte Luther jetzt töten, ohne dafür eine Strafe fürchten zu müssen. Er war „vogelfrei“.

Und schon schien eine Falle zuzuschnappen, als ihn Soldaten am Abend des 4. Mai 1521 auf dem Heimweg nahe Bad Liebenstein überfielen und auf die Wartburg brachten. Doch er hatte Glück. Der Überfall war eine „Show“. Veranstaltet hatte sie sein Beschützer Kurfürst Friedrich der Weise und die Wartburg sollte sein Versteck sein, bis sich die Wogen geglättet hatten.

Junker Jörg übersetzt die Bibel: Martin Luther auf der Wartburg

Fast ein Jahr blieb Martin Luther auf der Wartburg – verkleidet als „Junker Jörg“. Er nutzte die Zeit, das Neue Testament ins Deutsche zu übersetzen. Nach nur elf Wochen war er fertig. Mit einem unvergleichlichen Geschick für Sprache gelang es Luther, seinen Text – im Gegensatz zu anderen bereits existierenden Übersetzungen – für das einfache Volk verständlich zu machen und statt komplizierte Formulierungen sinngemäße, greifbare Sprachbilder zu verwenden. Viele Begriffe unsere heutigen Alltagssprache gehen auf Luthers Bibelübersetzung zurück. „Selbstverleugnung“, „Machtwort“, Lückenbüßer“ und „Schandfleck“, „die Zähne zusammenbeißen“, „im Dunkeln tappen“, „Perlen vor die Säue werfen“ oder „ein Herz und eine Seele“ – all diese wunderbaren Redewendungen hätten wir ohne Luther nicht!

Fast wäre Martin Luthers Tarnung als Junker Jörg dann doch noch aufgeflogen: Als er im Dezember 1521 heimlich nach Wittenberg eilte, um seine sich immer mehr radikalisierenden Anhänger zu besänftigen, machte er Rast bei seinem Freund Heinrich Stromer von Auerbach in Leipzig. Heinrich Stromer war der Gründer des Gasthauses „Auerbachs Keller“ und gewährte trotz der Gefahr – auch für ihn selbst – Luther Unterschlupf. Im Trubel des beliebten Gasthauses fühlte sich der verkleidete Luther sicher. Doch irgendjemand erkannte ihn doch. Entweder wurde er dann doch nicht verraten oder die Häscher erschienen zu spät. Die Quellen widersprechen sich hier. Luther war mit seinem Pferd jedenfalls auf und davon.

Reformation in Wittenberg und Bauernkrieg

Die Reformation hatte in Deutschland trotz Luthers „Untertauchen“ weiter an Fahrt aufgenommen. In Sachsen verließen Nonnen und Mönche in Scharen die Klöster. Ein gewisser Thomas Müntzer, Anhänger und Verehrer Luthers, verschärfte den Ton gegenüber der kirchlichen Obrigkeit. Die Stadtväter Wittenbergs riefen Luther um Hilfe und im März 1522 folgte er ihren Bitten. Mit seinen acht Invokativpredigten gelang es ihm, die Wittenberger Bürger zur Mäßigung zu bringen und die radikalen Kräfte um Karlstadt auszuschalten.

Doch in weiten Teilen Deutschlands hatte der Reformgedanke längst auf das gewöhnliche Volk übergegriffen. Die Bauern fragten sich zum Beispiel ganz praktisch, wo denn bitte in der Bibel ihre eigene unterdrückte Situation begründet und gerechtfertigt würde. Tausende lehnte sich auf und Thomas Müntzer wurde einer ihrer Anführer. Luther wurde ein Großteil der Verantwortung zugeschrieben und lange schien er auch Sympathien für die Aufständischen zu hegen und kritisierte in seiner „Ermahnung zum Frieden“ das hochmütige Verhalten der Mächtigen. Erst die „Weinsberger Bluttat“, als aufständische Bauern bei Heilbronn den Grafen von Helfenstein getötet hatten, wandte sich Luther mit seiner Schrift  „Wider die Mordischen und Reubischen Rotten der Bawren“ gegen die Aufständischen. Zu diesem Zeitpunkt war die Niederlage der Bauern aber bereits absehbar und die mörderische Schlacht von Frankenhausen mit etwa 5.000 Opfern nur noch einen Monat entfernt. Ab jetzt war die Reformation nur noch offizielle Sache der Landesfürsten, wurde staatstragend und war damit keine Angelegenheit mehr für das einfache Volk.

Martin Luther hatte sich endgültig von den radikalen Kräften abgewandt.

Thomas Müntzer wurde in Mühlhausen geköpft.

Der private Luther

Luther lehnte das Zölibat ab und heiratete am 27. Juni 1525 Katharina von Bora, eine zwei Jahre zuvor aus einem Zisterzienserkloster geflohene Nonne. Mit ihr sollte Martin Luther drei Söhne und Töchter haben.

  • Johannes (1526–1575),
  • Elisabeth (1527–1528),
  • Magdalena (1529–1542),
  • Martin (1531–1565),
  • Paul (1533–1593),
  • Margarete (1534–1570).

Noch heute leben über 2.800 Nachkommen Martin Luthers und seiner Geschwister und nennen sich die „Lutheriden“

Die „Lutherrose“ verwendete Martin Luther ab 1530 als persönliches Siegel. Der Prinz und spätere Kurfürst von Sachsen – Johann Friedrich der Großmütige – hatte es für ihn anfertigen lassen.

Zeit seines Lebens litt Luther an den verschiedensten Krankheiten: Verstopfungen, Nierensteine und Tinnitus quälten ihn. Sowohl sein immenses Arbeitspensum, der psychische Druck seiner exponierten Stellung und sein Hang zur Völlerei werden die Ursache für diese Leiden gewesen sein.

Luthers Tod in Eisleben: Ich bin schwach, ich kann nicht mehr.

Luther kam zur Ruhe. Bis 1545 hielt er noch Vorlesungen in Wittenberg, , die letzten zehn Jahre fast ausschließlich über Schöpfungsgeschichte. Zwar versuchte er weiterhin, mit theologischen und politischen Äußerungen, die weitere Entwicklung der Reformation zu beeinflussen, aber gegen deren mittlerweile von ihm abgekoppelte Eigendynamik war er nahezu wirkungslos.

Im Januar 1546 reiste Luther trotz eines akuten Herzleidens nach Eisleben. Den mit ihm befreundeten Grafen von Mansfeld wollte bei der Schlichtung eines Streits beistehen. Das gelang ihm auch. Der Streit wurde erfolgreich beigelegt. Doch für die Rückreise fehlte Martin Luther die Kraft. Am 18. Februar starb er in Eisleben. Zwei Tage wurde sein Sarg in Eisleben aufgebahrt und dann nach Wittenberg überführt.

„In Deine Hände befehle ich meinen Geist. Du hast mich erlöst, Herr, Du treuer Gott.“ sollen Luthers letzte Worte auf dem Sterbebett gewesen sein.

Luther - die Kirchentür von Wittenberg

Wahrheit oder Legende?

Ob Martin Luther tatsächlich am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür des Portals der Schlosskirche zu Wittenberg nagelte oder ob dies lediglich eine schöne, symbolkräftige Legende ist und er seine Schrift lediglich per Brief an den Bischof Albrecht von Brandenburg, Bischof von Mainz und Magdeburg richtete, ist unter Historikern umstritten.

Philipp Melanchthon, Zeitgenosse Luthers und mit ihm in Wittenberg, war es, der nach Luthers Tod immer und immer wieder die Geschichte des Thesenanschlags in wortwörtlicher Auslegung unter die Leute brachte. Allerdings war Melanchthon erst seit 1518 in der Stadt. Ein Augenzeuge des Thesenanschlags kann er also nicht gewesen sein.

Bis heute ist der Wahrheitsgehalt um den Thesenanschlag Inhalt einer nicht enden wollenden Debatte unter Kirchenhistorikern. Da genausoviel dafür wie dagegen spricht, werden wir die Wahrheit wohl nie erfahren!

Die passende Reise: Martin Luther kompakt

 


Die Lehre und die Lebensorte Martin Luthers

Luthers Prinzipien kurz und knapp

  • solus Cristus – „Allein Jesus Christus“:  Nur auf Grundlage der stellvertretenden Hingabe von Jesus Christus am Kreuz gibt es Rechtfertigung für den Glaubenden, übertragen durch das mündliche Evangelium und das Sakrament des Abendmahls. „solus Christus“ bildet die Grundlage für die folgenden drei Prinzipien
  • solus gratia – „Allein durch die Gnade“: Ein eigenes Zutun, um von Gott gerechtfertigt zu sein, ist nicht notwendig
  • solus fide – „Allein durch den Glauben“: Das geschenkte Annehmen von Jesus Christus, nicht das bemühte und erarbeitete, bringt das Heil
  • sola scriptura – „Allein die Heilige Schrift“: Die Bibel ist die Quelle und Maßstab des Glaubens und des christlichen  Handelns. Dabei ist aber Jesus Christus als ihre Mitte zu betrachten und aus dieser Perspektive sei die Bibel auch kritisch zu beurteilen.

Die passende Reise: Sternreise zu den Städten der Reformation und Martin Luthers

Luther Denkmal Möhra


Die Wirkungsstätten Martin Luthers

Eisleben

Hier wurde Martin Luther am 10. November 1483 geboren und hier starb er auch 62 Jahre später am 18. Februar 1546. Seit 1946 trägt Eisleben stolz den Zusatz „Lutherstadt“ als Beinamen.

Im Herbst 1483 traf Luthers Vater mit seiner hochschwangeren Frau in Eisleben ein. Als nicht erbberechtigter Bauernsohn hatte Hans Luder Möhra verlassen müssen, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Seit Anfang des 13. Jahrhunderts wurde in Eisleben Kupfer und Silber abgebaut und so war es der Plan von Hans Luder, in einem Bergwerk zu arbeiten. Als den Luders am 10. November 1483 der zweite Sohn geboren wurde, gaben sie ihm nach dem Heiligen des Tages den Namen Martin. Die berufliche Neuorientierung des Hans Luder scheint in Eisleben nicht von Erfolg gekrönt gewesen zu sein, denn schon im Frühsommer 1484 zog die Familie weiter nach Mansfeld, wo es Hans Luder dann endlich gelang, als Bergmann Fuß zu fassen.

Martin Luther war seiner Geburtsstadt zeitlebens verbunden und kehrte immer wieder nach Eisleben zurück. Am 13. November 1516 weihte er den Chorraum der gerade im Bau befindlichen Annenkirche und mit dem Grafen Albrecht von Mansfeld-Hinterort verband Luther eine Freundschaft.

Während des Bauernkrieges – im April 1925 – eilte Luther den Mansfelder Grafen zu Hilfe. Er sollte mit seinem Einfluss die Bergknappen davon abhalten, sich den Aufständischen anzuschließen. Hier verfasste er seine Schrift „Ermahnung zum Frieden auf die zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben“, die gleichermaßen Obrigkeit und Bauern zur Versöhnung aufrufen: „… dass die Oberkeit böse und ungerecht ist, entschuldigt keine Rotterei noch Aufruhr“.

Sehr wahrscheinlich hat sich Luther in den Folgejahren noch oft in Eisleben aufgehalten, verbürgt ist erst wieder der Aufenthalt vom 28. Januar 1546 bis zu seinem Tod am 18. Februar 1546. Auf Bitten der Mansfelder Grafen ist Luther am 23. Januar aufgebrochen, um bei deren Erbstreitigkeiten zu vermitteln. Begleitet wird er von seinen beiden Söhnen. Unterwegs erkrankt er. Trotzdem beteiligt sich Luther an den täglichen neunzigminütigen Verhandlungen zur Erbschaftsstreitigkeit, am 16. Februar wird ein Vergleich geschlossen und am Folgetag vertraglich festgehalten. Zusätzlich hält Luther vier Predigten in diesen Tagen in Eisleben – die letzte am 14. Febuar muss er wegen eines Schwächeanfalls abbrechen: „Ich bin zu schwach, wir wollen´s hierbei bleiben lassen.“ Er scheint sein nahes Ende zu spüren: „Wenn ich wieder heim gen Wittenberg komme, so will ich mich alsbald in den Sarg legen und den Maden einen feisten Doctor zu essen geben.“ Und am Vormittag des 17. Februar äußert sich Luther pessimistisch: „Ich bin hier in Eisleben geboren und getauft. Wie, wenn ich hier bleiben sollte?“ In der Nacht nehmen die Beschwerden zu und die Ärzte werden gerufen. Doch diese können nicht mehr helfen. Kurz vor 3 Uhr stirbt Luther.

Am 20. Februar wurde der Leichnam Luthers würdevoll nach Wittenberg überführt. Die „Eislebischen Anzeigen“ beschrieben 1813 den Trauerzug nachträglich wie folgt: „Vor der Leiche ritten die Abgeordneten des Kurfürsten, und Zwey junge Grafen von Mansfeld, in allen etwa 65 Pferde. Nach der Leiche kam die Witwe des Verblichenen, ihre Tochter Margaretha nebst einen einigen Matronen auf einen Wagen, alsdann Luthers drey Söhne, Brüder, Verwandten und Bürger … Das Volck auß den Dörfern kam zugelauffen, Mann, Weib und Kinder und haben Zeichen eines ernstlichen Mitleiden gegeben.“

Andreaskirche: Hier hielt Luther seine letzte Predigt und hier wurde sein Leichnam aufgebahrt. Nach einem Stadtbrand 1489 wurde der wesentliche Teil des heutigen Kirchengebäudes errichtet. Wichtigste Sehenswürdigkeit in der Andreaskirche ist die Lutherkanzel, von der herab Luther seine letzten vier Predigten hielt.

Annenkirche: Der Chorraum der Annenkirche wurde am 13. November 1516 von Martin Luther geweiht. Die Annenkirche gehörte ursprünglich zum Augustinerkloster, das Martin Luther als Distriktsvikar unterstellt war.

Augustinerkloster: Das Augustinerkloster war nur kurze Zeit in Betrieb. 1515 als Anbau der Annenkirche errichtet und 1520 noch Tagungsort des Augustinerkonvents, wurde es bereits 1522 wieder aufgelöst.

Lutherdenkmal: Das 1883 eingeweihte Denkmal zeigt Luther beim Verbrennen der Bannandrohungsbulle. Der Sockel zeigt in allegorischer Darstellung den Sieg der Reformation, Luther bei der Übersetzung des Neuen Testaments auf der Wartburg, Luther umgeben von seiner Familie und beim Disput mit Dr. Eck.

Luthers Geburtshaus: Das Geburtshaus  Martin Luthers war nie Eigentum der Familie Luther – sondern wurde von seinen Eltern nur für den Zeitraum der Geburt genutzt und schon wenige Wochen nach der Geburt zog die Familie nach Mansfeld weiter. Das originale Gebäude brannte 1689 bei einem Stadtbrand nieder. An gleicher Stelle in der ehemaligen Langen Gasse und heutigen Lutherstraße wurde 1693 ein sogenanntes Memorialgebäude errichtet – in abweichender Größe und Raumaufteilung. In der 2007 eröffnete Dauerausstellung „Von daher bin ich – Martin Luther und Eisleben“ wird das Leben der Familie Luthers dargestellt.

Luthers Sterbehaus: „In diesem Haus starb Dr. M. Luther den 18. Februar 1546“ verkündet die Tafel am Gebäude Andreaskirchplatz 7. Sehr wahrscheinlich stimmt das aber gar nicht und stattdessen muss das Stadtschloss (Markt 56) als Sterbeort angesehen werden. Erbaut worden ist das als Sterbehaus bezeichnete Gebäude nach dem Stadtbrand von 1498, war lange Zeit das Haus des Stadtschreibers und dient seit 1994 in Gänze als Museum. Das seit Jahrhunderten fälschlicherweise als Sterberaum angesehene Zimmer befindet sich im Obergeschoss.

Petri-Paul-Kirche: 1483 war die Kirche gewissermaßen noch eine Baustelle und erst dreißig Jahre später wurde sie fertiggestellt. Als Luther einen Tag nach seiner Geburt hier am 11. November 1483 auf den Namen des Tagesheiligen Martin getauft wurde, war nur die bereits 1474 fertiggestellte Turmkapelle verfügbar. Vom Taufstein sagt man, er sei aus Resten desjenigen gearbeitet, an dem Luther getauft wurde.

Möhra

Aus Möhra stammte Luthers Vater – dessen Familie hier seit mehreren Generationen einen Bauernhof besaß. Da er nicht der jüngste Sohn und damit nicht erbberechtigt war, zog Luthers Vater nach seiner Heirat mit Margarethe Lindemann nach Eisleben.

Vermutlich besuchte Martin Luther während seiner Schulzeit im nahen Eisenach oft Verwandte in Möhra, vor allem seine Großmutter. Nachgewiesen ist sein Aufenthalt in Möhra für den 4. Mai 1521. An diesem Tag predigte er auf dem Platz neben der Kapelle. Seine Herkunft beschrieb Luther in eigenen Worten: „Ich bin eines Bauern Sohn, mein Vater, Großvater, Ahnherr sind rechte Bauern gewesen.“

1861 wurde auf dem Kirchplatz auf Anregung des Märchen- und Sagensammlers Ludwig Bechstein das Lutherdenkmal – gefertigt von  Hofbildhauer Ferdinand Müller. Die Reliefs des Sockels thematisieren bedeutsame Ereigniss aus dem Leben Martin Luthers: der Anschlag der Thesen zu Wittenberg, die vorgetäuschte Entführung durch Friedrich den Weisen und sein Aufenthalt als Junker Jörg auf der Wartburg. Die aufgeschlagene Bibel in Luthers Hand verkündet auf dem linken Blatt: „So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen“. Auf dem rechten Blatt stehen die Worte Ludwig Bechsteins: „Ein Denkmal, Luther, hast du dir gestiftet und in die Marmortafeln der Geschichte die heilge Kunde klar und tief gegraben: Daß Wahrheit ewig ist, und daß zunichte der Herr den Trug macht, der die Welt vergiftet.“ Da die Idee zum Denkmalbau anlässlich des Lutherjubiläums 1846 (300. Todestag) entwickelt worden war, trägt der Sockel die Inschrift: „Unserem Luther in seinem Stammort 1846“.

Lutherstammhaus: Das Gebäude wurde 1618 – vermutlich nach einem Brand – auf den Grundmauern jenes Hauses errichtet, in dem Luthers Vater geboren worden war.

Erfurt

Im April oder Mai 1501 kam Luther nach Erfurt, die Universität der Stadt galt zu dieser Zeit als eine der bedeutendsten im deutschsprachigen Raum. Sein Quartier wurde die Georgenburse, Bursen waren studentische Wohngemeinschaften des späten Mittelalters und am ehesten zu vergleichen mit den heutigen Studentenwohnheimen – nur mit viel strengerem Reglement. Allerlei derbe Studentenrituale musste Luther hier über sich ergehen lassen, so setzte man ihm zum Beispiel eine Kappe mit Eselsohren auf, als Symbol der „Unvernunft“, die es mit dem Studium zu überwinden gelte. Luther besuchte zunächst die sogenannte „Artistenfakultät“ mit ihren sieben freien Künsten (Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie). Diese Grundform des Studiums musste jeder Student absolvieren und Luther machte sich hier unter anderem mit den Lehren von Aristoteles vertraut. 1505 legte Luther das Examen ab und durfte sich jetzt „Magister artium“ nennen. Auf Wunsch des Vaters setzte Luther zum Sommersemester sein Studium an der juristischen Fakultät fort. Bis zu jenem zweiten Juli 1505, als ihn auf dem Rückweg von seinen Eltern nach Erfurt bei Stotternheim ein schweres Gewitter überraschte. Dieses Erlebnis sollte alles andern: In Todesangst rief Luther die Heilige Anna, die Mutter Marias an: „Hilf du, heilige Anna, ich will ein Mönch werden!“ Dieses Versprechen hielt Luther und trat gegen den Willen seines Vaters am 17. Juli 1505 in das Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt ein. Hier befolgte er die strengen Ordensregeln so penibel, dass er schon 1507 erst zum Diakon und kurz darauf zum Priester geweiht wurde. Am 2. Mai 1507 las Luther in der Klosterkirche seine erste Messe und versöhnte sich an diesem Tag auch wieder mit seinem Vater.

Augustinerkloster: Hier lebte Martin Luther als Mönch von 1505 bis 1511 und begründete seine geistliche Laufbahn. Die Dauerausstellung „BIBEL-KLOSTER-LUTHER“ im ehemaligen Schlafsaal der Mönche widmet sich diesem Abschnitt in Luthers Biografie. Es wird dargestellt, wie ein Augustiner-Eremiten-Möch lebte und es kann die rekonstruierte Luther-Zelle besichtigt werden.

Erfurter Dom: Hier wurde Luther zum Priester geweiht und hier hielt er 1509 seine erste theologische Vorlesung.

Lutherdenkmal: 1889 wurde das sechs Meter hohe Denkmal – gefertigt von Professor Fritz Schaper aus Berlin – auf dem Anger in Erfurt feierlich eingeweiht. Der Ort war mit Bedacht gewählt, in der benachbarten Kaufmannskirche hatte Luther im Jahr 1522 mit einer Predigt einen Konfessionsstreit geschlichtet.

Der Reformator hält eine geöffnete Bibel in den Händen. Im Unterschied zu anderen Lutherdenkmälern ist sein Gesichtsausdruck weniger kämpferisch, sondern vielmehr eher sanft und träumerisch. Möglicherweise ein Hinweis darauf, dass Luthers Zeit in Erfurt die eines Lernenden war. Der Sockel stellt drei Szenen aus dem Leben des Reformators dar: Luther als Student der Universität Erfurt, sein Eintritt ins Augustinerkloster sowie der Empfang – nunmehr als Berühmtheit – an der Universität vom 6. April 1521. Die Front verkündet ein Bibelzitat: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werk verkünden“.

Alte Universität Erfurt: Das Collegium Maius in der Michaelisstraße ist das Hauptgebäude der 1379 gegründeten und bis 1816 existierenden „Alten Universität in Erfurt“. Hier wurde der spätere Reformator 1501 im Alter von 17 Jahren als „Martinus Ludher ex Mansfeldt“ immatrikuliert. 1816 wurde die alte Universität von den Preußen geschlossen, das Collegium Maius dient aktuell als Verwaltungssitz der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Gegenüber befindet sich die Michaeliskirche – hier predigte Luther 1522.

Michaeliskirche: Die zu den ältesten Pfarrkirchen Erfurts zählende Michaeliskirche wurde von 1278 bis 1290 auf den Grundmauern eines Patrizierbaus errichtet, daran erinnern die unteren Geschosse des spätromanischen Turmes. Nach der Gründung der Erfurter Universität mit seinem Hauptgebäude, dem benachbarten Collegium Maius, wurde die Michaeliskirche im Jahr 1392 Universitätskirche.

Martin Luther besuchte während seines Studiums von 1501 bis 1505 regelmäßig die Messe der Michaeliskirche. Später sollte der Kirche eine Schlüsselrolle in der Reformation zukommen, denn hier wurde 1521 der erste evangelische Gottesdienst in Erfurt gehalten.

Am 21. Oktober 1522 predigte Luther dann selbst in der Michaeliskirche. „Ein Sermon tzu Sant Michael gethan“ lautete der Titel seiner Predigt.

Die Michaeliskirche besitzt die älteste Glocke Erfurts namens „Katharina.

Das älteste bekannte Lutherdenkmal: In der Erfurter Andreaskirche (Andreasstraße 14) befindet sich das Holzmodell der späteren ursprünglichen Bronzegrabplatte (diese in Erfurt gegossene Grabplatte gelangte allerdings nie nach Wittenberg, sondern verblieb nach den Wirren des Schmalkaldischen Krieges in Jena). Gewissermaßen stellt dieses Holzmodell das „älteste“ existierende Lutherdenkmal dar.

Das Modell ist aus Lindenholz geschnitzt und zeigt im Relief das Porträt Martin Luthers und das Wappen mit der Lutherrose. Als Vorlage diente ein Holzschnitt von Lucas Cranach aus dem Jahre 1546.

Ruine der Barfüßerkirche: Unweit des Angers befindet sich die Ruine der Barfüßerkirche. Hier predigte Luther 11. Oktober 1529 auf der Rückreise vom Marburger Religionsgespräch.. Die Ruine der Barfüßerkirche gilt als Meisterwerk der deutschen Bettelordensarchitektur und ist Heimstatt der ältesten Erfurter Glasmalereien. Darüber hinaus sind bedeutende Steinbildwerke zu sehen: die Grabplatte der Cinna von Vargula (gestorben 1370), das Epitaph für Margareta von Myla (gestorben 1494), der circa 1420 entstandene Färberaltar sowie der Marienkrönungsaltar ( Doppelflügelaltar von 1446).

Collegium Marianum (Mainzerhofstraße): Hier befand sich die Juristische Fakultät – zu der Luther allerdings nur flüchtig Kontakt hatte, das berühmte Gewittererlebnis und der folgende Gang ins Kloster im Sommer 1505 verhinderten eine intensivere Beschäftigung Luthers mit den Rechtswissenschaften. Allerdings führte Luther hier seine berühmte Unterredung mit einem seiner Erfurter Lehrer, dem scholastischen Gelehrten Jodocus Trutfetter (der Luthers Theorien ablehnte). An die legendäre Unterhaltung erinnert eine Gedenktafel.

Ausstellung im Stadtmuseum: „Tolle Jahre – An der Schwelle der Reformation“ lautet der Titel der Dauerausstellung im Stadtmuseum Erfurt (Johannesstraße 169). Die Ausstellung vermittelt Einblicke in die gesellschaftlichen Verhältnisse, wie sie Martin Luther als Student in Erfurt in einer Zeit voller Umbrüche vorgefunden hat und wie diese ihn prägten.

Georgenburse: Hier bezog der siebzehnjährige Martin Luther 1501 Quartier. Die 1456 erstmals urkundlich erwähnte Georgenburse wurde bei einem Bombenangriff im Februar 1945 in großen Teilen zerstört. Das einzige danach noch erhaltene Gebäude wurde 1983 wieder hergerichtet. Die Georgenburse beherbergt heute die Bildungs- und Begegnungsstätte „Georgenburse Erfurt – Studienort der Lutherzeit“, das Zentrum der Evangelischen St. Georgs Bruderschaft und im Dachgeschoss eine Pilgerherberge. Im Erdgeschoss widmet sich eine Dauerausstellung dem studentischen Leben des Mittelalters.

Lutherstein in Erfurt-Stotternheim: Hier fand die dramatische Wendung in Luthers Leben statt. Sieben Kilometer nördlich des Erfurter Zentrums wurde Luther am 2. Juli 1505 von jenem Gewitter überrascht, das ihn zu Tode erschrecken und seine Hinwendung zum Mönchsleben auslösen sollte. 1917 wurde an der nach historischen Berichten am wahrscheinlichsten in Frage kommenden Stelle der von einer Erfurter Bürgerin gestiftete Gedenkstein aus schwedischem Granit eingeweiht.

Eisenach

Von 1498 bis 1501 – also im Alter von 15 bis 24 Jahren – besuchte Luther die St. Georgen Pfarrschule in Eisenach, das ihm „liebe Stadt“ und „Pfaffennest“ zugleich war. Bei knapp viertausend Einwohnern beherbergte Eisenach damals über 300 Geistliche, sieben Klöster, drei Kirchen und mehrere Kapellen.

Zwanzig Jahre später kam Luther erneut nach Eisenach – da lag schon der Bann des Papstes auf ihm. Auf seiner Reise zum Reichstag nach Worms machte Luther Station in Eisenach und predigte hier am 10. April 1521. Und auch auf der Rückreise von Worms  predigte Luther – das Predigtverbot und Proteste des Stadtpfarrers ignorierend – am 2. Mai in der Georgenkirche vor einer großen Zuhörerschar. Dass er dem Widerruf seiner Lehren widerstanden hatte, deshalb nun unter der Reichsacht Kaiser Karl V. stand und als „Vogelfreier“ großer Gefahr ausgesetzt war, trug ihm die Bewunderung des Publikums für seinen Mut ein.

Berühmt wurde Eisenach im Zusammenhang mit Martin Luther aber natürlich durch das knappe Jahr, das er als „Junker Jörg“ auf der Wartburg verbrachte. Bei einem vorgetäuschten Überfall am späten Abend des 4. Mai 1521 ließ Kurfürst Friedrich der Weise den Geächteten entführen und auf die Wartburg bringen – um ihn zu schützen. Inkognito als „Junker Jörg“ nutzte Luther die Einsamkeit der Wartburg, das Neue Testament ins Deutsche zu übertragen. Der Anfang für die berühmte Lutherbibel war gemacht. Zwar hatte es schon vor Luther Bibelausgaben in deutscher Sprache gegeben, doch basierten diese auf der „Vulgata“, einer fehlerbehafteten lateinischen Version der Bibel, die sich seit der Spätantike als Standard durchgesetzt hatte. Luther griff dagegegen auf die hebräischen und griechischen Urtexte zurück und es gelang ihm vor allem, seinen Vorsatz einer verständlichen und gleichwohl eleganten Sprache umzusetzen. Zahllose Redewendungen und Wortschöpfungen Luthers sind seitdem zu festen Bestandteilen der Alltagssprache und –kultur geworden. Jeder verwendet sie, die wenigsten kennen ihren Ursprung.

Georgenkirche: hier sang Luther als Schüler und besuchte die Gottesdienste. Die Georgenkirche war Schauplatz seiner Predigten am 10. April und 2. Mai 1521 (auf dem Hin- bzw. Rückweg zum/vom Reichstag im Worms). Im Bauernkrieg 1825 verwüstet, wurde sie bis zum Umbau 1560, nicht benutzt. Dieser Umbau prägte sie in starkem Maße spätgotisch.

Lutherdenkmal: Das Bronzedenkmal auf Marmorsockel von Adolf von Donndorf wurde am 3. Mai 1895 eingeweiht. Drei der vier Seitenreliefs zeigen Szenen aus Luthers Leben, die mit Eisenach verbunden sind (Luther als singender Kurrendeschüler, Luther beim Übersetzen des Neuen Testaments auf der Wartburg und als „Junker Jörg“ auf der Jagd), die Nordseite zitiert Luthers Lebensmaxime und gleichzeitig Beginn seines bekanntesten Kirchenliedes „Eine feste Burg ist unser Gott“. Die eigentliche Denkmalfigur zeigt einen selbstbewussten Luther im Talar, eine Bibel fest an seine Brust drückend.

Lutherhaus: Hier war eines der Quartiere Luthers in seiner Zeit als Schüler der Pfarrschule St. Georg. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 wird das imposante Fachwerkhaus im September 2015 wiedereröffnet

Wartburg: Eine der berühmtesten Burgen Deutschlands und sozusagen das Wahrzeichen Eisenachs. Im 11. Jahrhundert von Ludwig dem Springer erbaut und über die Jahrhunderte hinweg immer wieder erweitert und ausgebaut, vereint sie Merkmale von Romanik, Gotik und des 19. Jahrhunderts. Der wichtigste an Luther erinnernde Ort auf der Wartburg ist die Lutherstube. Hier übersetzte er das Neue Testament und hier soll es auch einmal den legendären Tintenfleck gegeben haben: Der Teufel habe Luther beim Schreiben gestört und der das Tintenfass nach ihm geworfen. Es gibt die Geschichte aber auch umgekehrt, nach der Version soll der Teufel das Tintenfass geworfen haben, um Luther bei seinen Übersetzungen zu stören.

Wittenberg

Wittenberg ist unbestritten Geburtsstätte und Herzstück der Reformation. Mit Beginn des Wintersemesters 1508/09 hielt Luther hier als Dozent für Moralphilosophie Vorlesungen über die Lehren des Aristoteles und leitete studentische Dispute. 1512 verlieh ihm die Theologische Fakultät den Doktortitel, verbunden mit der Pflicht, in der Stadtkirche bis zu vier Predigten am Tag zu halten – eine für Martin Luther lästige Aufgabe. Aber selbst mehr als 15 Argumente dagegen halfen ihm nicht, das Predigeramt abzuschlagen. Seine Wittenberger Studien in Wittenberg, die um die „Gerechtigkeit Gottes“ kreisten, brachten ihn dazu, als Reaktion auf den Ablasshandel seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche anzuschlagen. Das war allerdings erst einmal ein weitaus weniger dramatischer Vorgang, als es dem ersten Anschein nach klingt: Die Tür der Schlosskirche erfüllte ganz regulär die Funktion des Schwarzen Bretts der Universität. Die langfristigen Folgen, so von Luther nicht vorhersehbar und geplant, waren allerdings tiefgreifender und durchaus dramatisch – und wirken bis heute nach.

Am 10. Dezember 1520 wurde Wittenberg zum Schauplatz eines Spektakels. Luther hatte zwei Monate zuvor die päpstliche Bannandrohungsbulle erhalten. Jetzt verbrannte er sie öffentlich vor den Toren der Stadt.

Wittenberg wurde zum Zentrum der Reformation, die sich zunehmend radikalisierte. Anfang 1522 kam es zu Bilderstürmerei und Beschädigungen in der Stadtkirche. Vom 9. März an predigte Luther acht Tage lang gegen die Gewalttätigkeiten. Mit diesen „Invokativpredigten“ gelang es Luther, die Reformation wieder in ruhigeres Fahrwasser zu führen.

Wittenberg wurde auch die letzte Ruhestätte Luthers. Nachdem er 1546 in Eisleben gestorben war, hatte man seinen Leichnam nach Wittenberg überführt und in der Schlosskirche beigesetzt.

Lutherstätten in Wittenberg:

SCHLOSSKIRCHE ZU WITTENBERG

Die Schlosskirche wurde 1506 auf den Grundsteinen des ursprünglichen Schlosses des Kurfürsten von Sachsen errichtet. An deren Tür schlug Luther die berühmten 95 Thesen. „Ein feste Burg ist unser Gott“ – diese Textzeile des bekannten Psalms und Kirchenliedes Martin Luthers prangt in großen Lettern auf dem Kirchturm dieses eindrucksvollen Gotteshauses. Heute können im Kircheninneren das Grab Luthers und die letzte Ruhestätte des Reformators Philipp Melanchthon besichtigt werden. Seit 1997 gehört die Schlosskirche zu den UNESCO-Welterbestätten.

STADTKIRCHE ST. MARIEN LUTHERSTADT WITTENBERG

In der Stadtkirche St. Marien predigte einst der Reformator Martin Luther. Seine Kanzel ist auch heute erhalten und eine Leihgabe im Lutherhaus. Sein Weggefährte Johannes Bugenhagen erläuterte hier reformatorische Erkenntnisse. Der berühmte Maler Lucas Cranach der Ältere entwarf den Reformationsaltar, den Sie bei einer Führung durch die Stadtkirche bestaunen können. Außerdem entdecken Sie wertvolle Tafelbilder von Cranach, das kunstvoll dekorierte Taufbecken von Hermann Vischer, das älteste Stück der Kirche, sowie die prunkvolle Orgel und die Sakristei mit zeitgenössischer Kunst.

LUTHERHAUS

DAS EINSTIGE WOHNHAUS MARTIN LUTHERS BEHERBERGT HEUTE DAS GRÖSSTE REFORMATIONSGESCHICHTLICHE MUSEUM DER WELT.

Einstiges Augustinerkloster & Wohnhaus der Familie Luther

Das Lutherhaus wurde 1504 als Augustinerkloster errichtet. Damals noch unter dem Namen „Schwarzes Kloster“ bekannt, spielte der Name auf die Kuttenfarbe der Augustinermönche an. Auch Martin Luther lebte hier ab 1508 als Mönch. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst. Luther bekam das Haus 1532 übereignet und bewohnte es mit seiner Familie und seiner Frau Katharina von Bora.

Nach dem Tod Luthers übernahm die Universität das Gebäude und baute es zum Stipendiatenhaus um. Das Mitte der 1580er Jahre errichtete Vorderhaus wurde in Erinnerung an den Förderer der Universität, August I. von Sachsen, als Augusteum bezeichnet. Im Jahre 1844 wurde das Lutherhaus von Friedrich August Stüler über 40 Jahre hinweg grundlegend saniert. Bis 1937 befand sich im Erdgeschoss des Hauses eine Lutherschule, im Jahre 1883 wurden die ersten Räume für museale Zwecke genutzt.

Das größte reformationsgeschichtliche Museum

Heute ist das einstige Wohnhaus Luthers das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Eine Dauerausstellung erzählt vom Leben und Wirken Martin Luthers sowie von den Veränderungen zur Zeit der Reformation. Zu den Exponaten gehören Luthers Mönchskutte, die 10-Gebote-Tafel von Lucas Cranach, Luthers Bibel sowie Handschriften und Medaillen. Die original erhaltene Lutherstube erinnert an die einstigen Tischgespräche des Reformators.

MELANCHTHONHAUS

EINE DAUERAUSSTELLUNG ERZÄHLT ÜBER DAS LEBEN UND WIRKEN VON PHILIPP MELANCHTHON.

Ehemaliges Wohnhaus Melanchthons

Das im Stil der Renaissance erbaute Melanchthonhaus ist ein architektonisches Kleinod und gilt als eines der schönsten Bürgerhäuser der Stadt Wittenberg. Das Wohnhaus wurde 1536 von Kurfürst Johann Friedrich für den Humanisten und Reformator Philipp Melanchthon und seine Familie errichtet.

Dauerausstellung zum Leben und Wirken des Humanisten und Reformators

Seit 1996 steht das Melanchthonhaus auf der Liste der Unesco-Welterbestätten. Auf dem Nachbargrundstück wurde Anfang 2013 nach zweijähriger Bauzeit ein moderner Neubau eröffnet. Auf 600 m² Ausstellungsfläche informiert eine neue Dauerausstellung unter dem Titel „Philipp Melanchthon: Leben – Werk – Wirkung“ über die Lebensverhältnisse und den Alltag Melanchthons und seiner Familie.

Der Ausstellungsteil im Neubau zeigt Handschriften, Drucke, Gemälde und Büsten, die von der Bedeutung Melanchthons für die Reformation und für die Entwicklung des Protestantismus erzählen. Unter den Exponaten befinden sich bisher unveröffentlichte Gehaltsquittungen und Stadtgeschichten sowie ein überlebensgroßes, aufwendig restauriertes Portrait Melanchthons. Das Melanchthonhaus selbst wurde über die Jahrhunderte fast nie umgebaut. Nun wird es mit Illustrationen und nachempfundenen Alltagsobjekten als Baudenkmal in Szene gesetzt.

Die Ausstellung beinhaltet Elemente, die speziell für Kinder und Jugendliche entwickelt wurden. So erhalten die Kinder einen gusseisernen Schlüssel, der ihnen Zugang zu Truhen, Schränken und versteckten Spielen gewährt. Melanchthons zehnjährige Tochter Magdalena führt die Kinder visuell und auditiv durch die Reformationsgeschichte und durch den Alltag der Familie Melanchthon.

CRANACH-HÄUSER UND CRANACH-HÖFE

LUCAS CRANACHS WOHN- UND WIRKUNGSSTÄTTEN WAREN DIE RENAISSANCEHÖFE IN DER SCHLOSSSTRASSE 1 UND AM MARKT 4.

Der berühmte Maler am Hofe Friedrich des Weisen

Der berühmte Maler Lucas Cranach der Ältere wurde 1505 von Kurfürst Friedrich dem Weisen an den sächsischen Hof nach Wittenberg berufen. Fast ein halbes Jahrhundert lebte er hier und schuf jene Gemälde, die sich heute in den großen Museen der Welt befinden: Er porträtierte die Kurfürsten und Reformatoren, entwarf Altarbilder oder kleine Kabinettstücke zu Venus, Eva & Co.

Im heutigen Cranach-Haus am Markt 4 betrieb Lucas Cranach zusammen mit Christian Döring eine Druckerei, in der unter anderem die Bibelübersetzung Martin Luthers vervielfältigt wurde. 1517/1518 erwarb Cranach den größten Wittenberger Hof in der Schlossstraße 1, um seine Werkstatt zu erweitern. Nachdem er das Apothekenprivileg erhielt, handelte er hier mit Papier, Farben, Zucker, Wachs, Sandstein und Gewürzen.

Ausstellung & historische Druckerstube in den heutigen Cranach-Häusern

Heute stehen beide Höfe unter Denkmalschutz und locken mit Kunsthandwerk und Kultur. Im Cranach-Haus am Markt 4 können Sie die Ausstellung „Lucas Cranach d. Ä. – Seiten eines Künstlerlebens“ entdecken sowie Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

Im Cranach-Hof in der Schlossstraße 1 befindet sich die historische Druckerstube, in der Sie Einblicke in die alten Techniken des Buchdrucks bekommen. Im „Café 3“ oder in der „Hofwirtschaft“ können Sie bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen das geschichtsträchtige Ambiente auf sich wirken lassen.

Gotha

Im Jahr 1515 war Luther zum ersten Mal in Gotha. Luther wurde hier zum Distriktsvikar seines Ordens gewählt und predigte vor den Teilnehmern. Auch während seiner Reise nach Worms 1521 legte Luther einen kurzen Zwischenstopp in Gotha ein. Einen weiteren unfreiwilligen Halt musste Luther 1537 in der thüringischen Stadt einlegen, als er auf dem Rückweg vom Schmalkalder Fürstentag war und ihm seine angeschlagene Gesundheit eine Weiterreise unmöglich machte und sich Luther sogar angehalten sah, in Gotha sein Testament zu diktieren. Doch der Erfurter Arzt Dr. Sturtz half Luther wieder auf die Beine. Zum letzten Male weilte Luther 1540 in Gotha.

Lutherstätten:

Augustinerkloster und Klosterkirche: Martin Luther predigte hier am 1. Mai 1515. Als 1521 dann Ziegel vom Kirchdach fielen, behauptete mancher Gothaer, diese habe der Teufel aus Wut über Luthers Rede heruasgerissen. Der Bau des Klosters reicht zurück bis in das 13. Jahrhundert.

„Löwenburg“: Am Hauptmarkt 42 stand das Haus des Johann Löwe. Hier lag Luther 1537 krank darnieder und verfasste sein Testament.

Lucas-Cranach-Haus: Das Gebäude am Hauptmarkt 17 kam 1518 in den Besitz Lucas Cranachs des Älteren.

Schloss Friedenstein: Erbaut auf dem Grund der 1567 nach Kämpfen geschleiften Burg „Grimmenstein“. Luther sagte bei einer Tischrede über diese Burg nahezu hellseherisch, es sei „leichter, eine Burg zu bauen, als sie zu halten“.

Leipzig

1512 kam Luther zum ersten Mal nach Leipzig, um sich als mittelloser Mönch jene 50 Gulden abzuholen, die ihm Kurfürst Friedrich der Weise für seine Promotion zum Doktor der Theologie gewährt hatte. Dafür verpflichtete sich Luther, auf Lebenszeit den Lehrstuhl für „Lectura in Biblia“ (Bibelauslegung) zu übernehmen. 1519 wurde Leipzig dann zum Schauplatz der berühmten „Leipziger Disputation“. Über fast drei Wochen hinweg lieferte sich Luther eine Redeschlacht mit seinem Gegner Johannes Eck, der ihn und seine 95 Thesen angegriffen hatte. Die Sympathien von Herzog Georg hatte dabei Eck und Leipzig wurde für Luther zu einem ihm nicht wohl gesonnenen Terrain. 1521 war Luther dann noch einmal in Leipzig, verkleidet als Junker Jörg. Im Gasthof „Zu den drei Schwänen“ wurde er aber erkannt und Herzog Georg ließ Nachforschungen anstellen – aber da war Luther schon wieder davon geritten. Doch die Reformation war auch in Leipzig nicht aufzuhalten: Luther übernahm dies nach dem Tode Herzog Georgs höchstpersönlich. Am 24. Mai 1539 predigte er auf der Pleißenburg, tags darauf in der Thomaskirche. Die Zuschauer drängten sich, kein Platz blieb leer.

Lutherstätten:

Auerbachs Keller: Berühmt durch Goethes „Faust“, aber auch zu Martin Luther gibt es eine Verbindung. Denn Auerbachs Keller ist das Überbleibsel des einstigen Auerbachschen Hofes, erbaut 1535 für Heinrich Stromer von Auerbach, Professor und Rektor der Universität und befreundet mit Luther. 1539 wohnte Luther hier.

Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig: Ausgestellt sind unter anderem eine Druckerpresse aus der Zeit Martin Luthers sowie Schriften von ihm, der Ehering Katharina von Boras und der Lutherpokal (ein Geschenk des schwedischen Königs Gustavs I. Wasa von 1536)

Thomaskirche: hier predigte Martin Luther 25.5.1539. Hiervon kündet eine gusseiserne Tafel an einem der Innenpfeiler und in einem der Kirchenfenster ist Martin Luther gemeinsam mit Friedrich dem Weisen und Philipp Melanchton abgebildet.

Lutherstube Wartburg
© Andreas Weise / Thüringer Tourismus GmbH

Luther auf der Wartburg:
Als er den Teufel mit dem Tintenfass vertrieb

Jahrhundertelang war es die Attraktion für Gäste auf der Wartburg: Der Fleck an der Wand, den Martin Luther hinterlassen haben sollte, als er mit dem Tintenfass nach dem Teufel warf, der ihn bei seiner Übersetzung des Neuen Testaments stören wollten. Was die Besucher nicht wussten: Der Fleck in der Lutherstube wurde vom Burgpersonal liebevoll frisch gehalten und immer wieder erneuert.

Wahrscheinlich hatte man es einfach mit einem Missverständnis zu tun. Mit seiner Formulierung, er habe den Teufel „mit Tinte vertrieben“, hatte Luther wahrscheinlich sinnbildlich seine Übersetzungsarbeit gemeint.

Aber ein Fleck an der Wand ist natürlich dramatischer und viel effektvoller. Man kann sie also verstehen, die den Fleck immer und immer wieder neu an die Wand pinselten.

Luthers Bibelübersetzung in dieser so romantisch anmutenden Stube haben wir immerhin solch griffige Formulierungen zu verdanken wie: „Wolf im Schafspelz“, „im Dunkeln tappen“ und „etwas ausposaunen“.

Die passende Reise: UNESCO-Tour Martin Luther


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